Fußball

Dienstag, 26. April 2011

Die unendlichen Leiden des Dirk Nowitzki

Die Playoffs in der amerikanischen Profibasketballliga NBA sind in vollem Gange. Auch Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks haben diese nach einer guten Saison erreicht. In der ersten Runde stehen die Mavericks derzeit den Portland Trail Blazers gegenüber, ein starker Gegner der vor allem nach der Verpflichtung von Small Forward Gerald Wallace qualitativ deutlich zulegen konnte. 

Vor Beginn der Playoffs musste man aufgrund des starken Gegners befürchten, dass die Dallas Mavericks vor schwerlich lösbare Aufgaben gestellt würden. Das durchschnittliche Finish der Saison und die Formkrise von Jason Kidd waren zumindest schlechte Vorzeichen für ein Duell mit den formstarken Trail Blazers.
Doch die ersten beiden Playoffspiele in Dallas zeugten vom Gegenteil. Dallas zeigte guten
Teambasketball und vor allem Dirk Nowitzki und Jason Kidd wussten als „Scorer“ zu überzeugen.
Dallas konnte zwar Portlands Superstar LaMarcus Aldrige in beiden Spielen nicht in den Griff bekommen, kontrollierte aber seine Mitspieler und überzeugte mit einer starken Defensive. Ungewohnt stark zeigte sich Dallas aber auch in der Offensive. Ging dort in den Playoffs der vergangenen Jahre zumeist alles über Dirk Nowitzki, überzeugten diesmal vor allem die Nebenmänner. Jason Kidd und Peja Stojakovic sprangen dem „German Wunderkind“ zur Seite und entlasteten ihn sichtlich. 



Dieser Trend setzte sich auch im dritten Spiel der Serie fort. Dallas spielte erneut stark und konnte auch in des Gegners Halle überzeugen. Trotz des positiven Trends ging das dritten Spiel knapp verloren und neben den positiven Aspekten ließ sich ebenfalls eine alte Bekannte blicken. Den Dallas Mavericks fehlte, wie auch in vielen Saisonspielen, die Fähigkeit ihr überlegenes Spiel in einen Sieg umzumünzen.
Was im dritten Spiel der Serie noch akzeptabel schien, war im vierten Spiel der Serie nicht mehr zu ertragen. Die Dallas Mavericks spielte abermals stark und hätten der Serie mit dem dritten Sieg im vierten Spiel ihren Stempel aufdrücken können. Im dritten Viertel spielte Dallas die machtlosen Trail Blazers an die Wand und führte bereits mit 23 Punkten. Doch dann geschah das schier Unmögliche, Dallas verspielte bis zum Ende des Spiels den kompletten Vorsprung und unterlag am Ende mit 84:82. Das Schrecklich an dieser Niederlage war dabei nicht nur, dass ein großer Vorsprung verspielt wurde, sondern vor allem das sich die alten Leiden wieder einmal zurückmeldeten. Dallas spielte bis Mitte des dritten Viertels sehr souverän, verlor danach allerdings völlig den Faden. Ein Team das vornehmlich aus „Veteranen“ besteht, spielte konzeptlos, unsicher und nervös. Weder gelang es dem Team Dirk Nowizki in Szene zu setzen, noch stimmte die Wurfauswahl. Jason Terry und Namensvetter Jason Kidd übertrafen sich mit wilden Würfen und schlecht ausgespielten Angriffen. Hinzu kam eine Defensivleistung, die allem zuvor gesehenen entbehrte. Gegen den stark aufspielenden Brandon Roy fand die Defensive kein Mittel und lies sich mit simplen Spielzügen vorführen. Dazu trug auch Coach Rick Carlislie seinen Teil bei, der keinen Einfluss aufs Spielgeschehen nehmen wollte. So ließ er den Defensivspezialisten Deshwan Stevenson in den Schlussminuten auf der Bank schmoren, während Kidd, Terry und Marion kollektiv versagten.

 

Dallas zeigte wiedermal sein typisches Playoffgesicht, in den entscheidenden Momenten versagt diesem Team allzu häufig die Psyche. Dabei sollte sich ein Team mit einer solchen Vielzahl an erfahrenen Spieler gerade durch eine starke Psyche auszeichnen. Dass dies jedoch ein Trugschluss ist beweist Dallas Jahr für Jahr aufs Neue. Für Dirk Nowitzki sieht es wieder einmal so aus, als würde sich sein lang gehegter Traum vom NBA-Titel nicht erfüllen. Sein Team scheint insgesamt zu instabil und nicht in der Lage ihre große Erfahrung auszuspielen. Zwar musste Dallas in Portland nur den Ausgleich der Serie hinnehmen, allerdings dürfte das Momentum nun auf Seiten der Trail Blazers sein. Und auch wenn Dallas trotz der psychisch ungünstigen Ausgangslage noch die nächste Runden erreichen, warten dort zunehmend stärkere Gegner, die solche psychische Schwäche nicht verzeihen werden. Alles spricht für eine erneut titellosen Saison in der Karriere des Dirk Nowitzki. Hoffnung macht lediglich die unverhofft schnelle Gesundung von Caron Butler (http://espn.go.com/blog/dallas/mavericks/post/_/id/4676618/roddy-beaubois-shoots-but-status-unclear ).





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