STÄRKEN
- Defense:In der Serie gegen die Portland Trail Blazers bewies Dallas zum wiederholten Male, dass sie sich in dieser Saison vor allem in der Defensive enorm weiterentwickelt haben. Vor allem die Neuverpflichtung von Tyson Chandler zu Saisonbeginn, schlägt diesbezüglich zu Buche. Tyson Chandler eröffnet den Mavericks eine Defensivqualität, die man in der Vergangenheit vermisste. Chandlers Spiel in der Defense ist kraftvoll, effektiv und vor allem von großer Konstanz. Dies bekam der Frontcourt der Portland Trail Blazers deutlich zu spüren. So lieferte Portlands Superstar LaMarcus Aldrige, in der Serie gegen Dallas, zwar eine grundsolide Leistung ab, blieb aber er mit 20,8 Punkten, 7,5 Rebounds und 1,3 Assists unter seinem Saisonschnitt (21,8 / 8,8 / 2,1). Chandlers Leistung ist letztendlich der Schlüssel zu einer starken Defensive der Mavericks. Diese ist vor allem von ihrer Tiefe und Variabilität geprägt. Dallas verteidigt sowohl in der „Man to man“ - Defense, als auch in der Zone sehr stabil und verfügt somit über zwei starke Waffen, den Gegner aus dem Rhythmus zu bringen. Hinzu kommt, dass die Mavericks gerade in der Defensive über einige starke Role-Player verfügen So lassen sich beispielsweise DeShawn Stevenson und J.J. Barea gegen starke Guards einsetzen, während Corey Brewer und Shawn Marion gegen starke Swingman verteidigen können. Zudem verfügt Dallas in Brendan Haywood über einen zweiten defensiv-starken Center, der ebenso auf der Position des Power Forward verteidigen kann.
- Variabilität:Vor Beginn der Playoffs musste sich Dallas den Vorwurf gefallen lassen, dass sie zu eindimensional sind. Denn Dallas ist ein Team, dass vor allem von einer guten Wurf-ausbeute aus der Lang- oder Mitteldistanz lebt. Doch während der Playoffserie gegen die Portland Trail Blazer bewiesen die Mavericks, dass sie sich aus ihrer vermeintlichen Eindimensionalität lösen können. Dallas zog, weil sie das Wurfglück zeitweise verließ, vermehrt zum Korb und erkämpfte sich einige Punkte in der Zone. Tatsächlich ist ihre hartes Spiel zum Korb lange nicht ausgereift, dazu fehlen Dallas auch die Spielertypen. Allerdings stellen die Mavericks unter Beweis, dass sie nicht ausschließlich vom Wurfglück abhängig sind, sondern ihre Punkte durchaus erkämpfen können.
- Bank:Die Dallas Mavericks zeichnen sich vor allem durch ihre starke Bank aus. Dallas ist auf vielen Positionen sehr gut besetzt und kann das Spiel von außen beeinflussen. Gerade Peja Stojakovic, J.J. Barea und Jason Terry zeichneten sich in vielen Spielen als Scorer aus und haben einen außerordentlichen Einfluss auf das Offensivpotenzial der Mavericks. Durch die starke Bank kann Dallas derzeit ein altbekanntes Problem kompensieren, den fehlenden zweiten Scorer neben Dirk Nowitzki. Bislang fand Dallas stets einen starken Spieler, wie etwa Peja Stojakovic in Spiel 2, der einen entscheidenden Einfluss aufs Spiel haben konnte.
- Dirk Nowitzki:Er ist sicherlich die stärkste Waffe die Dallas besitzt. Nowitzki ist schon 33 Jahre alt, viele Basketballspieler schwächeln in diesem Alter, weil sie im puncto Stärke und Schnelligkeit mit den jüngeren Spieler nicht mithalten können. Doch Dirk Nowitzki beweist, dass es durchaus Ausnahmen von der Regel gibt. Nowitzki hat eine starke Saison gespielt und galt sogar als Kandidat für den MVP der Saison. In den derzeit laufenden Playoffs zeigt sich Dirk von seiner genialen Seite. Zwar hatte Dirk durchaus Probleme mit der Wurfquote, trotzdem war er in allen 6 Spielen gegen Portland präsent und steigerte seine Werte im Vergleich zur regulären Saison nochmal deutlich. Nowitzki erzielte in 6 Playoffspielen im Schnitt 27,3 Punkte (23,0 in der regulären Saison), holte 7,8 Rebounds (7,0) und verteilte 3,0 Assists (2,6). Dirk Nowitzki ist der Spieler, den jedes Team in seinem Kader haben möchte, er trifft die entscheidenden Würfe, kämpft bis zu totalen Erschöpfung und hat den absoluten Willen zu gewinnen. Stark vom großen Deutschen, in der Playoffserie gegen Portland verteidigte, der wegen seiner mangelnden Defensivqualitäten häufig als „IRK“ bezeichnet Nowitzki sehr passabel.
- „Dark Horse“ ?!Eine Stärke die noch keine ist, aber eventuell noch eine wird. Dallas hat zwei „Dark Horses“ im Kader. Mit Rodrigue Beaubois und Caron Butler stehen zwei Spieler im Kader, die ihre Qualität bislang immer wieder nachweisen konnten. Bislang waren allerdings beide verletzt und konnte keinen Einfluss aufs Spielgeschehen nehmen. Beruft man sich auf aktuelle Medienberichte könnten beide allerdings gegen die Los Angeles Lakers ihr Comeback feiern. Sollten beide Spieler voll leistungsfähig sein sind sie definitiv eine enorme Verstärkung für die Dallas Mavericks. Vor allem Caron Butler dürfte das Team qualitativ auf ein anderes Level heben. Wie gut die Mavericks mit Caron Butler sein können, bewiesen sie zu Beginn der Saison, als sie nahezu allen Spitzenteams empfindliche Niederlagen zufügten.
SCHWÄCHEN
- Wurfquote:Eines der bislang größten Probleme der Mavericks, ihre Wurfquote. Wiederholt zeigten sich die Mavericks in den Spielen gegen Portland unsicher beim Wurf. Dabei lagen die Probleme variabel von Spiel zu Spiel mal außerhalb der Dreierlinie und mal innerhalb. Im fünften Spiel der Serie traf Dallas beispielsweise nur 25 % seiner Dreierwürfe, eine unterirdische Quote für ein Team das einige der besten Dreierschützen zu den ihrigen zählen darf. Beispielhaft für die mangelnden Wurfausbeute steht Dirk Nowitzki. Dieser traf insgesamt 45,2 % seiner Würfe, eigentlich eine gute Wurfquote. Allerdings lag seine Wurfquote unter der Saison bei 51,7 %, dieser Unterschied lässt sich zwar damit erklären, dass Dirk Nowitzki in den Playoffs häufiger wirft, als in der regulären Saison. Trotzdem musste man bei Betrachtung der Spiele feststellen, dass Nowitzki zwischenzeitlich Probleme mit seinem Wurf hatte und bei freien Würfen verfehlte.
- Psyche:Dallas und die Psyche ein altes Leiden. Spätestens seit der Finalniederlage 2006 gegen die Miami Heat, nach einer 2:0 Führung, hat Dallas ein Problem mit der Psyche. In brenzligen Situationen zieht Dallas häufig den Kürzeren. Ob 2007 in der ersten Runde gegen die Golden State Warriors oder in diesem Jahr im vierten Spiel gegen die Portland Trail Blazers, Dallas verliert Spiele die schon als sichererer Sieg zu verbuchen waren. Diese Problem ist mit Sicherheit nicht nur ein Playoffproblem. Auch in der regulären Saison zitterte Dallas, wenn ein Spiel schon gewonnen war. So spielten sie sich häufig eine große Führung heraus, die sie nur wenig später wieder verspielten. Dallas hat ein großes Problem damit ein Spiel zu beenden oder zu schließen. Immer wieder ermöglicht Dallas dem Gegner die Möglichkeit ins Spiel zurück zu kommen. Dies wurde überdeutlich in der Serie gegen Portland. Schon in Spiel 4 hätte Dallas in Portland siegen müssen, verlor aber nach einen 23 Punkte Vorsprung noch. Auch im 6 Spiel führte Dallas schon mit 18 Punkten, lies den Gegner daraufhin aber noch auf 1 Punkt heran kommen. Gerade gegen Gegner, die psychisch auf der Höhe sind, könnte diese Schwäche zum großen Problem werden.
- Coach:Ob Coach Rick Carlisle eine wirkliche Schwäche ist sei einmal dahin gestellt, immerhin ist er auch für die starke Defense der Mavericks verantwortlich. Trotzdem traf Carlisle in der Serie gegen Portland einige schlechte Entscheidungen. So lies er im Spiel 4 gegen Portland Marion, Terry und Kidd gegen den starken Roy verteidigen, den wohl besten Verteidiger auf dieser Position Deshawn Stevenson lies er allerdings auf der Bank schmoren. Ebenso gelang es ihm nicht den starken Tyson Chandler ins Offensivspiel zu integrieren. Erst als dieser sich lautstark beschwerte, teilte Carlisle ihm wieder vermehrt Spielzüge zu. Bislang blieb Carlisle den Beweis schuldig, dass er als Trainer direkten Einfluss aufs Spielgeschehen nehmen kann und dem Spiel in entscheidenden Phasen seine Stempel aufdrücken kann.
AUSBLICK
Die Serie gegen die Los Angeles Lakers wird für die Dallas Mavericks zum Prüfstein. Sollte Dallas die Serie für sich entschieden können, ist ihnen alles zuzutrauen. Ein Sieg wird allerdings ein schweres Unterfangen. Den die Los Angeles Lakers sind nachweislich ein sehr starkes Team. Ihr größte Schwäche ist wohl, dass sie nach den zwei Meisterschaften in Folge „satt“ sein könnten. Diesen Eindruck erweckte das Team zumindest zwischenzeitlich. Allerdings sollte man die Truppe um Kobe Bryant auf keinen Fall abschreiben, schließlich bewiesen sie in der hart umkämpften Serie gegen die New Orleans Hornets, dass sie nach wie vor die Qualität besitzen Spiele zu ihren Gunsten zu entscheiden.
Die größte Herausforderung für die Dallas Mavericks in dieser Serie wird es sein, den starken Frontcourt der Los Angeles Lakers und vor allem Kobe Bryant in den Griff zu bekommen. Sollten sie in diesem Vorhaben erfolgreich sein, dann stehen die Chancen durchaus gut, auch gegen die L.A. Lakers erfolgreich zu sein.
Weiterhin stehen die Mavericks vor der Herausforderung ein Spiel „stehlen“ zu müssen, also einen Auswärtssieg einfahren zu müssen. Allerdings gilt Dallas als gutes „Road“-Team (Auswärtsteam) und erfüllt somit schon mal die Grundvoraussetzung in der Ferne erfolgreich zu sein.
Für die Los Angeles Lakers wird wohl die größte Herausforderung darin bestehen Dirk Nowitzki kalt zu stellen. Zudem könnten einige Überraschungen (Beaubois, Butler) auf sie zu kommen und auch die wiedererstarkte Defensive der Mavericks könnte sie vor größere Probleme stellen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen